Fragen und Antworten.

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Qualität

Ist Steinbeis Papier gebleicht? 

Nein, Steinbeis Papier wird ohne Chlorbleiche hergestellt.

Wie oft lässt sich Papier eigentlich recyceln? 

Es gibt zahlreiche Labor- und Praxisversuche, die zeigen, dass selbst nach einem siebenmaligen Recycling keine Festigkeitseinbußen zu verzeichnen sind. 

Was bedeutet die Unterteilung der Weißegrade in ISO und CIE? 

Bei ISO und CIE liegen unterschiedliche Bewertungsformeln zugrunde. Während der ISO-Weißegrad eine Papierprobe bei der Schwerpunktwellenlänge von 457 nm bewertet, bezieht der CIE-Weißegrad das gesamte, für das menschliche Auge sichtbare Spektrum (Wellenlängenbereich = 400 -700 nm) ein. Eine Bewertung des Weißegrads über den gesamten Wellenlängenbereich wurde erst mit der Verbreitung der Computertechnologie möglich – die CIE-Weißegradformel gibt es daher seit 1983. 

Es heißt, dass Recyclingpapier mehr staubt als Frischfaserpapier? Werden dadurch die Geräte nicht schneller verschmutzt? 

Das sind längst überholte Vorurteile und Klischees. Wer die Verarbeitungsvorgänge kennt, weiß, dass der verwendete Faserrohstoff nichts mit dem Staubverhalten von Papieren zu tun hat. Entscheidend ist nämlich der Längs- und Querschnitt. Ist diese Qualität unzureichend, führt der Einsatz des Papiers – ganz gleich ob Recycling- oder Frischfaserpapier – zu einem erhöhten Staubaufkommen. Auch technische Merkmale der verwendeten Drucksysteme sind entscheidend. Je nach Bauart und Konstruktion des Papierwegs (Einzug-/-Umlenk-/-Wenderollen) und unabhängig von der Papierqualität kann das bei Gerätetypen unterschiedlich stark ausfallen. 

Ist Recyclingpapier alterungsbeständig? Erfüllt es die ISO-Norm 9706? 

Die sogenannte Kappa-Zahl gibt an, wie hoch der Anteil an holzhaltigen Fasern im Papier ist. Durch die Definition eines niedrigen Grenzwerts werden Papiere, die bereits geringe Spuren holzhaltiger Fasern enthalten, von der Erfüllung der Norm ausgeschlossen. Auch sogenannte holzfreie Papiere können bis zu 5 % holzhaltige Fasern enthalten. Damit würden auch diese Papiere die Anforderungen der ISO 9706 nicht erfüllen. In der Konsistenz von Recyclingpapieren, die zu 100 % aus Altpapier (post consumer) hergestellt werden, können holzhaltige Fasern nie ganz ausgeschlossen werden. Dennoch erfüllen sie die Norm DIN 6738 (Lebensdauerklassen). Hier wird die Alterungsbeständigkeit nicht über die Kappa-Zahl, sondern über einen künstlich herbeigeführten Alterungsprozess ermittelt. Papier (wie z. B. von Steinbeis ), das die höchste Lebensdauerklasse erfüllt, darf als „alterungsbeständig" bezeichnet werden. 

Sind Recyclingpapiere dokumentenecht? 

Ja, gemäß der DIN für Alterungsbeständigkeit und Tonerhaftung.

Warum ist Recyclingpapier im Vergleich zu einem holzfreien Papier so lappig

Der hohe Kurzfaseranteil in Frischfaserpapieren erzeugt Volumen. Die Griffigkeit bzw. Festigkeit von Recyclingpapier ergibt sich aus der Altpapierkonsistenz, durch die eine Steuerung des Faservolumens nicht möglich ist. 

Warum ist die 70er Weiße dicker als die 100er

Das liegt an den holzhaltigen Fasern aus der Verwendung von Deinkingware, die sich durchschnittlich zu 50 % aus Zeitungen und Magazinen zusammensetzt. 

Hat Steinbeis ein internationales Umweltdatenblatt, wie es die Initiative Paper Profile” vorgibt? 

Nein, das „Papier Profile" hat nur einen kleinen Ausschnitt der verursachten C02-Emissionen im Blick und bietet mehrere Möglichkeiten von Fehlinterpretationen. Daher hat Steinbeis analog der „Ökobilanz 2000“ (BUM) den kompletten Herstellungsweg beim IFEU Institut berechnen lassen.

Können Recyclingpapiere für Belegleser-Verarbeitungsprozesse (Barcode, 2-D-Codes etc.) verwendet werden?  

Ja, umfangreiche Versuche, die Steinbeis mit Océ durchgeführt hat, haben gezeigt, dass Recyclingpapiere (z. B. Steinbeis TrendWhite) uneingeschränkt zur Verwendung in sogenannten Beleglesersystemen eingesetzt werden können. Diesbezüglich existiert ein Océ-Zertifikat.

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Ökologie

Hat Steinbeis einen Carbon-Footprint? 

Leider gibt es bis heute keine international anerkannte Definition zur Bestimmung der CO2-Emissionen. Daher stützt sich Steinbeis weiterhin auf die Daten der ganzheitlichen Betrachtung gemäß IFEU Studie. 

Wie stellt Steinbeis die unterschiedlichen Weißegrade im Sortiment her?

Alle von Steinbeis produzierten Büropapiere werden über die gleiche Produktionslinie gefertigt. Den unterschiedlichen Weißegrad erzielen wir über die verwendeten Altpapierqualitäten: untere, mittlere und bessere Sorten gemäß der europäischen Altpapiersortenliste und Qualitäten EN 643. Bei höheren Weißegraden wird ein geringer Teil des Weißegrads auch über die Dosierung des umweltschonenden Bleichmittels Wasserstoffperoxid erzielt. Steinbeis ClassicWhite wird zu 100 % aus unteren Sorten hergestellt. Bei Steinbeis EvolutionWhite stammen zwei Drittel aus dem Bereich der unteren und mittleren und ein Drittel aus dem Bereich der besseren Sorten. 

Sind Steinbeis Papiere CO2-neutral hergestellt?

Steinbeis gestaltet seine Prozesse so effizient wie möglich und wird auch in Zukunft an einer weiteren Verbesserung der CO2-Reduzierung arbeiten. Zuletzt ist es uns gelungen, die Emissionswerte durch die Erhöhung klimaneutraler Energieerzeugung deutlich zu reduzieren. Kompensationsmodelle werden von Steinbeis nicht verfolgt. 

Sind FSC-Papiere ökologischer als Blauer Engel-Papiere?  

Bei FSC (Forest Stewardship Council) geht es nur um nachhaltige Forstwirtschaft. Der Blaue Engel ist jedoch umfassender und legt die eingesetzten Rohstoffe und Chemikalien fest. 

Warum ist Steinbeis nicht FSC-zertifiziert? 

Labelvielfalt sorgt für Verbraucherverwirrung. Wir führten intensive Gespräche mit dem FSC, die Kriterien des Blauen Engel beim FSC zu übernehmen. Ohne Erfolg.

Steinbeis produziert in Deutschland. Ist der Transport in europäische Länder wegen des CO2-Ausstoßes nicht umweltschädlicher als dort hergestelltes Papier?

Wir setzen auf Green-Logistics – neben der integrierten Altpapieraufbereitung, der CO2-Reduktion, der Kreislaufführung und der Verwertung ausgeschleuster Stoffe. Dafür wurde das Unternehmen bereits zweimal mit dem Umweltpreis und einmal als nachhaltigstes Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Der ökologische Vorteil ist signifikant. Wir erzielen im Vergleich zur Frischfaserproduktion einen wesentlich geringeren Energie- und Wasserverbrauch und schützen natürliche Ressourcen. 

Warum ist die Energieerzeugung des neuen Heizkraftwerks so effizient

Das Kraftwerk arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärmekopplung. Dabei wird der im Kessel erzeugte Dampf, bevor er zur Trocknung des Papiers an die Papiermaschinen weitergeleitet wird, über eine Turbine geleitet, in der 50 % des in der gesamten Steinbeis Papierproduktion benötigten elektrischen Stroms erzeugt werden. Gegenüber herkömmlichen Kraftwerken wird deshalb ein bedeutend höherer thermischer Wirkungsgrad (87 % gegenüber 30–47 % bei herkömmlichen Kraftwerken) erzielt. 

Warum ist der Wasserverbrauch in der Steinbeis Recyclingpapierfertigung so niedrig? 

Das liegt zum einen an unserer integrierten Fertigung. Die Faserstoffaufbereitung aus Altpapier (Deinked Pulp) wie auch die Recyclingpapierfertigung finden am gleichen Standort statt. Die im Jahr 2005 neu konzipierte und erbaute Altpapieraufbereitung verfügt über eine sogenannte interne Kreislaufwasserreinigung. Dadurch wird bei uns in der Altpapieraufbereitung aktiv kein Frischwasser zugesetzt. Wasserverluste werden durch die Frischwasserdosierung an der Papiermaschine und durch das von der Papiermaschine an die Altpapieraufbereitungsanlage abgegebene Siebwasser ausgeglichen.

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Altpapier

Woher bezieht Steinbeis den Rohstoff? 

Das Altpapier kommt im Wesentlichen aus einem Umkreis von ca. 150 km um den Produktionsstandort. Ausgewählte Fraktionen können aufgrund der speziellen Eigenschaften und Anforderungen auch darüber hinaus beschafft werden. 

Welches Altpapier wird für die einzelnen Steinbeis Qualitäten eingesetzt (Sorte)? 

Steinbeis ClassicWhite (ISO Weißegrad 70 %) wird ausschließlich unter Verwendung von 100 % sortierter Haushaltssammelware hergestellt. Mit steigendem Weißegrad (ISO 80, ISO 90, ISO 100) werden zunehmend auch mittlere und bessere Sorten (d. h. mit höherem Ausgangsweißegrad) eingesetzt. In jedem Fall handelt es sich um sogenannte Post-consumer-Sorten. Entsprechend den Kriterien des Umweltzeichens RAL-UZ 14 werden bei den Büropapieren mit höherem Weißegrad maximal 35 % bessere Sorten eingesetzt.

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Kosten

Wenn Steinbeis aufgrund von Energie-, Wasser-und Ressourceneinsparung Geld spart, warum ist das Produkt dann teurer als Frischfaserpapier? 

Die Produkte werden in Deutschland hergestellt. Ein Standort, der zu den teuersten Produktionsstandorten in der Welt zählt und die dritthöchsten Energiekosten als auch höchsten Lohnkosten verzeichnet. Die durch den Einsatz von Altpapier erzielten Kosteneinsparungen müssen daher die Nachteile des Produktionsstandorts, die im Vergleich zu Großherstellern kleinere Produktionsanlage und den Kostenvorteil für den Endkunden erwirtschaften. Das Papier mit ISO 70 ist günstiger als Frischfaserpapier eines Qualitätsherstellers.

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Reststoffe

Sind die abgetrennten Druckfarben Sondermüll? 

Sowohl die Bezeichnung als auch der Sachverhalt treffen nicht zu. Die Deinking- bzw. Druckfarbenrückstände sind weder Sondermüll noch sind sie gefährlich. In der Verwertungs- und Produktionskette nutzen wir sie bei Steinbeis für die Energiegewinnung. Die Druckfarben werden im eigenen Kraftwerk verbrannt und unterstützen somit die eigene Energieerzeugung. Darüber hinaus werden die Rückstände aus der Papierherstellung verbrannt oder in der Ziegel- bzw. Zementindustrie verwendet. Sie ersetzen daher fossile Brennstoffe oder Grundstoffe. 

Wie viel Abfall entsteht bei der Produktion der Steinbeis Recyclingpapiere? Wie viel davon wird wiederverwendet? 

Die im Produktionsprozess entstehenden Abfälle werden so weit wie möglich sortenrein erfasst (zum Beispiel: Metalle) und zu 100 % einer Wiederverwertung zugeführt. Deinking und Bioschlämme werden eingedickt und im HKWG thermisch verwertet. Der biogene Anteil trägt damit zur Reduzierung der fossilen CO2-Emission bei. 

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Gesundheit

Sind Recyclingpapiere gesundheitlich unbedenklich? 

Auf alle Fälle. Alle Steinbeis Recyclingpapiere sind mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel" ausgezeichnet. Dieses Label stellt sicher, dass die Produkte nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse dem Verbraucher den größtmöglichen gesundheitlichen Schutz bieten. Das heißt: kein Einsatz von optischen Aufhellern, von Chlor oder chlorhaltigen Bleichmitteln. Darüber hinaus lässt Steinbeis seine Büropapierprodukte in regelmäßigen Abständen von unabhängigen Instituten auf  lebensmittelrechtliche Unbedenklichkeit (XXXVI Verordnung des Bundesinstituts für Risikobewertung, BfR) untersuchen, d. h. die Papiere können ohne Einschränkungen in Kontakt mit Lebensmitteln kommen oder auch zu deren Verpackung verwendet werden, ohne dass davon eine gesundheitliche Gefahr für den Verbraucher ausgeht.

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Weisse

Wieso sind Recyclingpapiere nicht so weiß wie Frischfaserpapiere?

Recyclingpapiere können nur so weiß sein, wie der Grundweißegrad der verwendeten Altpapiere es erlaubt. Da bei der Herstellung von Recycling­papieren nicht alle Farbpigmente (Stichwort: Wirkungsgrad) entfernt werden können und für Büropapiere mit dem Umweltlabel Blauer Engel zudem der Einsatz optischer Aufheller untersagt ist, können Recyclingpapiere nicht das Weißegradniveau von Frischfaserpapieren erreichen.

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Farbverbrauch/Drucker

Lässt sich Recyclingpapier auch auf Hochleistungsdruck- und Kopiersystemen sowie auf Farbdruckern einsetzen?

Ja. 

Sind die Laufeigenschaften von Recycling-Büropapieren schlechter als von Büropapieren auf Frischfaserbasis?

Nein. Zur Bewertung der Laufeigenschaften von Kopierpapieren existiert die europäische Gütenorm EN 12281 („Druck-und Büropapiere: Anforderungen an Kopierpapiere für die Vervielfältigung mit Trockentoner"). Die Anforderungen der EN 12281 gelten unabhängig von der Faserart für alle Kopierpapiere. Im Gegensatz zu Frischfaserpapieren müssen Recyclingpapiere, die das Umweltzeichen Blauer Engel tragen, einen Nachweis über die Erfüllung der EN 12281 erbringen.

Vielen Dank für die Nutzung unseres Call-Back-Services.
Wir werden uns in Kürze bei Ihnen melden.

Mit freundlichen Grüßen
Das Steinbeis Vertriebsteam