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FAQ Power Plant
FAQ Energieerzeugungsanlage

Fragen- und Antworten

Fragen und Antworten zur neuen Energieerzeugungsanlage bei Steinbeis

 

I. ALLGEMEINES

Wieso planen Sie überhaupt ein neues Kraftwerk? Reicht das bisherige nicht aus?
Das Kraftwerk ist ein wesentlicher Baustein für die Errichtung einer weiteren Papiermaschine auf dem Vordeichgelände. Für die Herstellung von Papier sind die Energiekosten ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Mit dem Bau des Heizkraftwerkes steigt die Eigenstromerzeugung um 40 % auf einen Deckungsgrad von 50 %. Das Unternehmen macht sich damit deutlich unabhängiger von steigenden Energiepreisen. Zugleich liegen die CO2 Emissionen des neuen Kraftwerkes um mindestens 30 % niedriger als die des bestehenden Kraftwerkes von Steinbeis.

Wie viele Arbeitsplätze entstehen unmittelbar durch den Bau des Kraftwerkes? Wie viele Arbeitsplätze entstehen durch das Betreiben des Kraftwerkes?
Während der über zwei jährigen Bauphase des Kraftwerkes werden täglich 50 bis 80 und in Spitzenzeiten bis zu 250 Handwerker beschäftigt sein. Der Baubeginn ist für Ende 2007 und die Inbetriebnahme des Kraftwerkes ist für spätestens Anfang 2010 geplant.

Wie werden solche Anlagen von dritter Seite gesehen?

Der Bau von Heizkraftanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung gilt als Vorbild einer konsequenten Umsetzung der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi). Als solche werden sie durchweg als sehr positiv bewertet.

Einige Beispiele:

UMWELTBUNDESAMT
"Das Umweltbundesamt unterstützt den Bau von Energieerzeugungsanlagen mit nicht genehmigungspflichtigen Ersatzbrennstoffen vorbehaltlos. Wir sehen einen wachsenden Bedarf und mittelfristig keine Überkapazitäten."
(Stellungnahme Dipl.-Ing. Wolfgang Butz, Umweltbundesamt, Fachgebiet III 3.3 Abfallbehandlung, Ablagerung, Referent für Deponien.)

NABU
"Der NABU begrüßt den Bau neuer Verbrennungsanlagen mit Kraft-Wärme-Koppelung."
(Maria Elander, Referentin für Nachhaltigkeit und Umweltpolitik, NABU-Geschäftsstelle Berlin.)

BUND
"Wir haben uns intensiv mit dem Thema (Anm.: gemeint ist die TASi) beschäftigt. Zur Verbrennung der hochkalorischen Stoffe gibt es keine Alternative."
(Georg Heydecker, Sprecher Arbeitskreis Abfallwirtschaft des BUND)

ÖKO-INSTITUT DARMSTADT
"ln jedem Fall sollte von Anfang an auf eine optimierte Auskopplung von Strom und Wärme bei der energetischen Nutzung von Abfällen ... geachtet werden. Die Voraussetzungen hierzu müssen bereits bei der Planung der Anlagen geschaffen werden, indem z.B. die Anlagenstandorte so gewählt werden, dass für die Wärme Abnehmer gefunden werden können"
(Statusbericht zum Beitrag der Abfallwirtschaft zum Klimaschutz und mögliche Potentiale. Hrsg. Vom Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes, August 2005)

BUNDESREGIERUNG
"Die Bundesregierung geht vor dem Hintergrund der ihr vorliegenden Informationen davon aus, dass es in Deutschland aufgrund des Aufkommens von Abfällen aus Abfallbehandlungsanlagen sowie des gewachsenen Aufkommens an hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen einen zusätzlichen Bedarf an thermischer Behandlungskapazität Insbesondere für heizwertreiche Abfälle gibt."
(Antwort der Bundesregierung auf die "KIeine Anfrage" der Abgeordneten Eva Bulling-Schröter, Dr. Dagmar Enkelmann, Lutz Heilmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. - Drucksache 16/594 vom 09.03.2006 - "Umsetzung der Abfallablagerungsverordnung und Technische Anleitung Siedlungsabfall".)

BMU/BDE
"Die TASi muss ohne wenn und aber umgesetzt werden,"
(BM Gabriel)

"Fehlende Behandlungskapazitäten dienen immer häufiger als Vorwand für weitere kostengünstige Abfallablagerung auf Deponien ... ‚ die später als Altlasten aufwändig saniert werden müss(t)en."
(BM Gabriel und BDE, PM des BDE vom 01.02.2006)

Sind außer Steinbeis auch andere Abnehmer der produzierten Wärme vorgesehen? Wenn ja, ist der Anlagenstandort so gewählt, dass diese Abnehmer auch problemlos gefunden werden können?
Der in der geplanten Anlage erzeugte Strom und Dampf wird fast vollständig für den Produktionsstandort Steinbeis in Glückstadt benötigt. Die übrig bleibenden Kapazitäten gehen an einen in unmittelbarer Nachbarschaft vorhandenen Abnehmer.

Inwiefern ist die geplante Anlage als "besonders innovativ" einzustufen, so dass ein Zuschuss des Umweltbundesamtes zur lnvestitionssumme möglich wäre?
Eine spezielle lnvestitionskostenförderung der Anlage ist nicht möglich, da auf bewährte und erprobte Verfahren zurückgegriffen wurde. Durch diese langjährig erprobten Verfahren ist die sichere und störungsarme Erzeugung von Strom und Produktionsdampf gewährleistet.

Wie wollen Sie dann die hohen Investitionskosten finanzieren?
Die Investitionskosten werden im Wesentlichen und auf lange Sicht durch die nachhaltige Senkung der Ver- und Entsorgungskosten kompensiert.

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein wird dieses wichtige Investitionsvorhaben im Rahmen des Zukunftsprogramms Wirtschaft mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" fördern.




Überfordert die hohe Investitionssumme nicht die wirtschaftliche Leistungskraft des Unternehmens? Werden dadurch möglicherweise Arbeitsplätze gefährdet? Wie hoch ist die Fremdfinanzierung?

Die Investition sichert die Arbeitsplätze in Glückstadt langfristig ab. Steinbeis ist nun in der Lage die Dampfkosten und einen Teil der Stromkosten über die nächsten 15 Jahre durch Verträge zu festen Konditionen abzusichern. Dies bedeutet Planungssicherheit und eine stabile Ausgangssituation in einem volatilen Markt mit jährlich steigenden Preisen.

Woher bezieht Steinbeis bisher seinen Strom? Wie wird dieser gewonnen?
Der Strombezug von Steinbeis kommt zu 30 % aus dem HKWG und zu 70 % aus dem öffentlichen Netz. Der seitens HKWG erzeugte Strom wird durch Kohle und Faserreststoff erzeugt.

Wann ist Baubeginn und wann wird die Anlage in Betrieb gehen?
Der Baubeginn wird voraussichtlich im November 2007 erfolgen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für spätestens Anfang 2010 geplant.

Werden ökologisch wertvolle Flächen versiegelt?
Dieser Aspekt wurde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens geprüft. Das Kraftwerk wird im Wesentlichen auf der Fläche der Kohlenhalde und des bestehenden Werksgeländes errichtet. Ökologisch wertvolle Flächen werden daher nicht zusätzlich in Anspruch genommen.

II. LEISTUNG / TECHNOLOGIE

Welche Kapazität wird die Anlage haben?
Die Anlage wird bei einer thermischen Leistung von 95 MW Jahresleistung ca. 107 t Dampf / Stunde erzeugen können.

Wer baut die Anlage?
Die "Heizkraftwerk Glückstadt GmbH" wird das Projekt als Bauherr und Projektbetreiber umsetzen und übernimmt die gesellschaftsrechtliche Führung. Die HKWG ist ein Tochterunternehmen der Steinbeis Gruppe.

Wird die geplante Anlage nach dem "Kraft-Wärme-Kopplungsprinzip" funktionieren? Wenn ja, wie hoch liegt bei der geplanten Anlage das Einsparpotential an CO2?
Die geplante Anlage wird nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsprinzip funktionieren.
Das Einsparpotenzial an CO2 beim Einsatz von Ersatzbrennstoffen ist abhängig vom darinliegenden Anteil klimaneutraler, also nicht fossiler, Bestandteile. Man kann davon ausgehen, dass bei der geplanten Anlage eine CO2-Einsparung von mindestens 30 % gegenüber dem bestehenden Steinkohle-Kraftwerk erzielt wird.

Wie organisieren Sie die Qualitätssicherung in der geplanten Anlage?
Die Qualitätssicherung erfolgt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben (1W 9000). Dies wurde ebenfalls im Rahmen des Genehmigungsverfahrens von Seiten der Behörde geprüft und bestätigt.

III. EMISSIONEN / GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Was wird getan, um die Schadstoffbelastung zu minimieren?
Die Anlage entspricht dem neusten Stand der Technik. Die im Bundes-Immissionsschutzgesetz (17. BImSchV) definierten strengen Emissionsgrenzwerte, die Grundlage für eine Genehmigung sind, werden eingehalten beziehungsweise unterschritten. Diese verbindlich vorgegebenen Grenzwerte stellen den Schutz von Bevölkerung und Umwelt sicher.

Wird das geplante Kraftwerk die gesetzlichen Immissionswerte einhalten?
Die Anlage wurde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens der behördlichen Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen. Diese hat bestätigt, dass sämtliche gesetzlichen lmmissionsgrenzwerte eingehalten werden.

Welche Lärmbelastung ist beim Betrieb der Anlage zu erwarten? Welche Schutzmaßnahmen werden getroffen gegen Lärmbelästigungen - auch
während der Bauphase?

Für die Bevölkerung werden weder durch den Bau, noch durch den Betrieb der geplanten Anlage unzulässige Lärmbelästigungen entstehen. Sämtliche Arbeitsschritte werden durch schallschutztechnische Maßnahmen begleitet und erfolgen damit unter Einhaltung der gesetzlichen Lärmemissions- und -immissionsgrenzwerte der Technischen Anleitung zum
Schutz gegen Lärm (TA Lärm). Dies wurde innerhalb des Genehmigungsverfahrens durch ein unabhängiges Schallgutachten geprüft und bestätigt.

Wurde untersucht, mit welchem Verkehrslärm zu rechnen ist?
Der Verkehr wird nahezu ausnahmslos über Autobahnen und Bundesstraßen geführt. Das LKW-Aufkommen am Standort Glückstadt wird sich nur unwesentlich verändern. Die Lärmemissionen werden sich dadurch ebenfalls nur unwesentlich erhöhen. Nach der TA-Lärm wird die Relevanzschwelle der Verkehrspegelerhöhung nicht erreicht und kann somit vernachlässigt werden.

Ist eine durchgängige Immissionswertprüfung für die ersten Jahre des Betriebs der neuen Anlage geplant?
Die Immissionswerte werden durch regelmäßige Messungen während der gesamten Betriebszeit des Heizkraftwerks überwacht.

Sind durch die Anlage weitere oder andere gesundheitliche Auswirkungen zu befürchten? Wenn ja, welche?
Durch die geplante Anlage sind keinerlei negative gesundheitliche Auswirkungen für die Bevölkerung zu befürchten. Dies wurde mit Rahmen des Genehmigungsverfahrens durch die Umweltverträglichkeitsprüfung behördlich festgestellt und bestätigt.

Gibt es besondere planerische Berücksichtigungen im Hinblick auf den Trinkwasserschutz?
Hinsichtlich des Trinkwasserschutzes werden die Anforderungen nach den gültigen Rechtsnormen, insbesondere nach der Verordnung für Anlagen für wassergefährdende Stoffe
(VAwS) und den nachgeordneten Rechtsnormen umgesetzt. Dies wurde im Rahmen des
Genehmigungsverfahrens behördlicherseits geprüft und bestätigt.

Werden vor Inbetriebnahme der Anlage Voruntersuchungen im Hinblick auf Geruchs- und / oder FeinstaubbeIastungen durchgeführt?
Dieser Aspekt wurde bereits in der Konzeption der Anlage berücksichtigt. Bestandteil der Konzeption ist, dass die Lagerung der Brennstoffe in einem geschlossenen Gebäude erfolgt. Und für die relevanten Emissionen, wie Feinstaubbelastungen, werden spezielle Filtertechnologien, wie die Rauchgasreinigung integriert. Dadurch ist sichergestellt, dass keinerlei unzulässige Geruchs- und/oder Feinstaubbelastungen entstehen.

Welche Geruchsbelastung ist zu erwarten?
Im Zuge des Genehmigungsverfahrens wurde die mögliche Geruchsbelastung geprüft. Eine Beeinträchtigung für das Umfeld ist nicht zu erwarten. Dies hat auch eine Geruchsimmissionsprognose ergeben, die Bestandteil der Antragsunterlagen ist.

Wie funktioniert die Rauchgasreinigung bei der geplanten Anlage?
Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase werden in einer leistungsfähigen, mehrstufigen Rauchgasreinigung von Schadstoffen befreit. Bei dem Reinigungsverfahren werden Ammoniak (zur Reduzierung der Stickoxide), gelöschter Kalk und Aktivkoks eingesetzt. Gelöschter Kalk und Aktivkoks werden mit dem Rauchgastrom durchmischt und binden Schwefeldioxid, flüchtige Schwermetalle sowie organische Verbindungen. Diese werden adsorbiert und in dem nachgeschalteten Gewebefilter nahezu vollständig aus dem Abgasstrom entfernt. Dieses so genannte quasitrockene Rauchgasreinigungsverfahren arbeitet abwasserfrei und belastet somit keine Gewässer.

Die Anlage soll nach der 17. BImschV genehmigt werden. Sind die hier festgelegten Grenzwerte noch zeitgemäß? Können nach dem gegenwärtigen Stand der Technik nicht deutlich bessere Werte realisiert werden?

Die 17. BImSchV wurde erst im Jahr 2003 novelliert und schreibt mit ihren aktuellen Grenzwerten den Anlagebetreibern verbindlich den Stand der Technik bei der Reduzierung der Abgasemissionen vor. Diese verbindlich vorgegebenen Grenzwerte stellen sicher, dass Bevölkerung und Umwelt vor schädlichen Auswirkungen geschützt werden. Diese Grenzwerte werden beim Betrieb der Anlage sicher eingehalten, in der Regel sogar deutlich unterschritten.

Was passiert mit den Verbrennungsrückständen?
Verbrennungsrückstände werden entsprechend der behördlichen Genehmigungen sachgerecht deponiert bzw. verwertet.

IV. STANDORT / BAUWERKE

Wo wird die Anlage entstehen?
Die Errichtung der geplanten Anlage erfolgt in einem zentralen Bereich auf dem Werksgelände von Steinbeis. Sie wird auf dem Grundstück des HKWG neben den bestehenden Anlagen errichtet.

Wie bettet sich die geplante Anlage in die bestehende Umfeldbebauung ein? Wird sie optisch im Hinblick auf Größe und Umfang besonders ins Auge fallen?
Die Errichtung der geplanten Anlage erfolgt in einem zentralen Bereich auf dem Werksgelände von Steinbeis und gliedert sich hinsichtlich Bauweise und Kubatur der Gebäude in die vorhandene Bebauung des Industriestandortes Steinbeis.

Wie hoch werden die Bauwerke?
Es wird ein 67 m hoher Stahlkamin erstellt. Das Gebäude des Wirbelschichtkessels wird 42 m hoch sein.


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